Praxiswissen für die pädagogische und therapeutische Arbeit
Aggressives Verhalten bei Kindern mit Belastungserfahrungen/Traumata ist kein Ausdruck von Unwillen oder mangelnder Erziehung. Es ist ein Signal innerer Not, von Überforderung und fehlender Regulation. Aggressives Verhalten bei Kindern ist selten „einfach schwierig“.
Fachkräfte stehen in solchen Situationen häufig unter hohem Druck von allen Seiten, Eskalationen zu begrenzen, Sicherheit für das einzelne Kind, die Gruppe, die Fachkraft selbst und ihre Kolleg:innen herzustellen und gleichzeitig die Beziehung zum Kind zu halten. Klassische verhaltensorientierte Ansätze, Erziehen durch Lob und Tadel oder mit Konsequenzen zu drohen, greift hier zu kurz – oder verschärft sogar die Situation.
Dieses Seminar setzt genau an dieser Stelle an:
Es vermittelt ein tiefgehendes, zugleich praxisnahes Verständnis aggressiven Verhaltens aus traumapädagogischer und traumatherapeutischer Perspektive.
Im Mittelpunkt stehen u.a. folgende Fragen:
- Warum zeigen Kinder mit Belastungserfahrungen aggressives Verhalten?
- Welche neurobiologischen und traumadynamischen Prozesse liegen dem zugrunde?
- Wie lässt sich Aggression als Überlebensstrategie verstehen und professionell einordnen?
Das Seminar verbindet wissenschaftliche Fundierung mit hoher Praxisnähe – Du erhältst keine vorgefertigten Rezepte, sondern tragfähige Vorschläge, die sich an den realen Anforderungen des Arbeitsalltags orientieren.
Dozentin: Ralph Kortewille und Katrin Boger